Waldfriedhof Würzburg im Oktober 2014

Arm und verlassen, am Lebensende – das Recht auf langsames Vergessen pflegen

Würzburg – Am Holz hält ein rostiger Nagel noch schwach die Klarsichthülle. In ihr das verblassende Bild eines Mannes, gerade mal 57 Jahre, wie es der Insignie des schlichten Kreuzes zu entnehmen ist. Das beiliegende kleine Bild zeigt einen Binnenfrachter, wie man ihn täglich auf dem Main fahren sieht. Es lässt darauf schließen, dass hier ein ehemaliger Matrose seinen letzten Hafen gefunden hat. Mehr nicht. Sechs Jugendliche der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (dpsg) machen sich daran, im sozialen Engagement die Ruhestätte jener Verstorbenen aufzufrischen, denen am Ende ihres Lebens, ohne Anverwandte und meist mittellos, nur ein schlichtes Sozialgrab beschieden war.

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